Vaduz

Das Schloss Vaduz thront über Vaduz, der Hauptstadt Liechtensteins. Es war seit Mitte des 14. Jahrhunderts Sitz der Grafen von Vaduz und wurde 1719 mit der Herrschaft Schellenberg unter dem Namen Liechtenstein zum reichsunmittelbaren Fürstentum. Vorübergehend (1712-1732) diente das Schloss noch als Landvogteisitz, doch der Großteil der Gebäude zerfiel zusehends.

Unter Fürst Johannes II. schließlich wurde das Schloss in der Zeit von 1905 bis 1912 umfassend restauriert und später unter Fürst Franz Josef II. wohnlich ausgebaut. Seit 1938 ist das Schloss ständiger Wohnsitz der Fürstlichen Familie. Das Schloss ist für die Öffentlichkeit nicht zugänglich.

Die aussenpolitischen Interessen Liechtensteins werden zumeist von der Schweiz wahrgenommen, liechtensteinische Botschaften existieren in Bern, Berlin, Brüssel, Washington, New York (UNO) und Wien. 2003 trat nach heftigen Kontroversen eine vom Volk bestätigte neue Verfassung in Kraft, welche die fürstlichen Rechte stark ausbaute.

Die Staatsform Liechtensteins ist eine konstitutionelle Erbmonarchie. Jedes Jahr wird am 15. August der Staatsfeiertag mit einem Fest und anschliessend mit einem grossen Feuerwerk gefeiert. Der aktuelle Regent Liechtensteins ist seit 1989 Fürst Hans Adam II. von Liechtenstein.

Die Staatsgeschäfte obliegen seit August 2004 dem Erbprinz Alois von Liechtenstein. Der Fürstentitel geht allerdings erst nach dem Ableben des Vaters auf den Sohn über.

Der grösste Teil des liechtensteinischen BIP wird in der Industrie erwirtschaftet. Haupthandelspartner sind die USA gefolgt von der EU und der Schweiz. Des Weiteren ist der Finanzsektor von Bedeutung. Viele internationale Banken haben Ableger in Liechtenstein. Wie die Schweiz hat Liechtenstein auch das Bankgeheimnis. Das BIP betrug 2001 4,2 Mrd. Franken.

Im Industriesektor sind die bekanntesten Unternehmen vermutlich die Hilti AG (Bohrtechnik, Bauausrüstungen), Ivoclar Vivadent AG (Zahntechnik), ThyssenKrupp Presta AG (Automobilzulieferer), und die Hilcona AG (Lebensmittel) in Schaan sowie die Unaxis in Balzers (Elektronikbereich).

Für ein verhältnismäßig so kleines Land verfügt das Fürstentum über eine erstaunliche Anzahl an künstlerischen und kulturellen Aktivitäten und Vereinigungen, außerdem über eine blühende Jugendkultur (beispielsweise eine Reihe hochwertiger und überregional bekannter Rock- und Popbands).

Zahlreiche Vereine profilieren sich als Träger lokaler Kulturereignisse. In Liechtenstein gibt es neben verschiedenen kulturellen Einrichtungen ein neu gebautes und konzipiertes Landesmuseum (eröffnet November 2003), Kunstmuseum, Skimuseum, Postmuseum, mehrere moderne Ortsmuseen und im Ort Schaan das Theater am Kirchplatz. Seit Oktober 2003 gibt es in Vaduz das Kleintheater Schlösslekeller.

Im Bereich Bildende Kunst sind unter anderem zu erwähnen der Bildhauer Georg Malin, der Maler Bruno Kaufmann, der Maler Martin Frommelt aus Schaan sowie die Vaduzer Künstlerin Regina Marxer.
Die liechtensteiner Fussballvereine nehmen am Spielbetrieb des Schweizer Fussballverbandes teil. Den Cup jedoch führen die Liechtensteiner unter der eigenen Regie, so dass jedes Jahr eine liechtensteinische Mannschaft am UEFA-Cup teilnehmen kann. Diese Ehre erhält meistens der Cup-Seriensieger FC Vaduz.

Im Ski Alpin hat Liechtenstein einige Erfolge vorzuweisen. Der Höhepunkt allerdings war - abgesehen von diversen Weltcup-Siegen -, als die Liechtensteinerin Hanni Wenzel zwei Goldmedaillen bei den Olympischen Spielen im Winter 1980 gewann.

Museen

  • Kunstmuseum Liechtenstein
  • Briefmarkenmuseum Vaduz
  • Liechtensteinisches Landesmuseum
  • Öffentlich-rechtliche Stiftung des Fürstentums Liechtenstein
  • Skimuseum Noldi Beck

Bauwerke

  • Schloss Vaduz, Wahrzeichen Liechtensteins und Sitz der Fürstenfamilie (nicht für die Öffentlichkeit geöffnet)
  • Hofkellerei des Fürsten von Liechtenstein
  • Regierungsgebäude (erbaut zwischen 1903 und 1905; Sitz des Landtages; wird im Volksmund auch das "Grosse Haus" genannt)
  • Pfarreikirche St. Florin (neugotischer Bau; erbaut zwischen 1868 und 1873)

Theater

  • Kleintheater Schlösslekeller
  • Operettenbühne Vaduz
  • Opernverein Vaduz

Wirtschaft und Infrastruktur

  • Fachhochschule Liechtenstein
  • Liechtensteinische Landesbibliothek
  • Liechtensteinischer Bankenverband
  • Mehrzweckhalle Spoerry
  • Liechtenstein Bus

Sport

  • Rheinpark Stadion
  • Schwimmbad Mühleholz
  • Minigolf-Sport-Anlage Schaan/Vaduz